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Stadtteile

Mit der Gebiets- und Verwaltungsreform in Niedersachsen in den Jahren 1971/72 wurden 12 ehemals selbständige Gemeinden zu Bramsche eingegliedert.
Nachfolgend nun einige kurze Informationen zu den Stadtteilen Bramsches. Wer mehr erfahren möchte, sollte sich vor allem den inzwischen für viele Stadtteile erschienenen Chroniken widmen.


Achmer:

Der Stadtteil Achmer erstreckt sich von der Haseniederung bis hinauf in den Südteil des Gehns. Der alte Kern dieses Ortes ist eine Bauernsiedlung, die auch heute noch ein zusammen hängendes Urdorf erkennen lässt.
Die über Jahrhunderte bäuerliche Struktur Achmers begann sich zu verändern, als 1876 die Eisenbahn durch den Ort fuhr und ein Bahnhof angelegt wurde. Der Flugplatz Achmer, der zwischen 1935 und 1940 entstand und im II. Weltkrieg als Feldflugplatz für Jagdflieger diente, ist heute ein Dorado für die Segelflieger.
Das Ortszentrum entwickelte sich erst in den Nachkriegsjahren, vor allem durch den Zustrom von Flüchtlingen.
Heute ist Achmer eines der drei Schwerpunktgebiete Bramsches für Industrie und Gewerbe.


Balkum:

Diese Ortschaft gehört, gemessen an ihrer Einwohnerzahl, zu den kleinen Stadtteilen Bramsches und präsentiert sich auch heute noch weitgehend als Bauernschaft.
Erste Spuren von hier sesshaft gewordenen Menschen lassen sich zwar bis in die Bronzezeit nachweisen, von einer regelrechten Besiedlung jedoch kann man erst ab 800-1200 sprechen. Neben der Land- und Forstwirtschaft hatte früher auch die mit zwei Mahlgängen ausgestattete Wassermühle dominierende Bedeutung. Hier verarbeitetes Grobmehl wurde zur Herstellung von Schwarzbrot verwendet, das im zweiten Mahlgang produzierte Feinmehl zur Herstellung so typischer Produkte wie Bauernstuten und Pfannkuchen.
Heute präsentiert sich die Mühle liebevoll restauriert vielen Touristen.

Weitere Informationen zum Stadtteil Balkum erhalten Sie unter www.ueffeln-balkum.de.

Epe/Malgarten:

Das Natur- und Badeparadies Darnsee ist schon mehrfach wegen seiner Schönheit gelobt und beschrieben worden. Die Badeanstalt an der Ostseite wird seit den 30er Jahren betrieben und unzählige Erholungssuchende haben sich den Badefreuden in unchloriertem und leicht moorigen Wasser hingegeben. Entstanden ist der Darnsee in Epe vor etwa 1.000 Jahren durch einen Erdfall, als Gipsauslagerungen im Untergrund zu eine Absenkung des Bodens führten.
Kloster Malgarten
Kloster Malgarten


Zu Epe gehört der Ortsteil Malgarten. Am Bekanntesten hier ist das ehemalige Kloster Malgarten. Als Benediktinerinnenenkloster im Jahr 1170 auf einer Burg gegründet, findet man dort heute eines der wenigen Kunstdenkmäler im Osnabrücker Raum: Ein spätbarockes Stuckrelief ziert alle Gewölbe im Inneren der Kirche.

Die ehemalige Klosteranlage kann besichtigt werden und hat sich in den letzten Jahren zu einem kleinen, sehenswerten Zentrum für Kunst und Kultur entwickelt.






Engter:

Weithin sichtbar und mit der Geschichte dieses Stadtteils eng verbunden ist die in frühgotischem Stil zwischen 1229 und 1250 erbaute St. Johanniskirche. Sie wurde errichtet, um allen Kirchgängern östlich der Hase den zu Hochwasserzeiten oft äußerst beschwerlichen Weg zur St. Martinskirche im Zentrum Bramsches zu ersparen.
Erstmals erwähnt wird der Name Engter im Jahr 1147. Der Name Engter kann als Waldschlucht gedeutet werden. Noch heute gilt die Lage des Ortes, am Rande des Wiehengebirges zur einen und zum Kalkrieser Moor und zum Wittefeld zur anderen Seite, als landschaftlich besonders reizvoll.
Entstanden aus bäuerlichen Strukturen und ersten Handwerkerfamilien, die sich um die Kirche herum ansiedelten, blieb Engter lang Zeit ein zwar blühendes Kirchdorf, erreichte jedoch keine größere wirtschaftliche Bedeutung.

Ortsdurchfahrt
Engter Ortsdurchfahrt

Heute jedoch zählt Engter zu den großen Stadtteilen Bramsches mit guter eigener Infrastruktur und, neben den Stadtteilen Achmer und Hesepe, als wichtiger Standort für Industrie und Gewerbe.

Evinghausen:

Die Ortschaft Evinghausen hat sich über die Jahrhunderte hinweg ihren ländlichen Charakter als Streusiedlung erhalten. Landschaftlich reizvoll von Wäldern und Hügeln eingrahmt, liegt Evinghausen eher etwas abgeschieden von aller Betriebsamkeit und Hektik.
Für die Bewohner Bramsches ist Evinghausen heute vor allem ein Ort mit hohem Freizeit- und Erholungswert. Über die Region hinaus bekannt ist Evinghausen vor allem durch die dort seit Ende der 60er Jahre bestehende Waldorfschule.


Hesepe:

Hesepe war ursprünglich eine weit verstreute Bauernsiedlung und wurde 1187 erstmals urkundlich erwähnt. Mit dem Bau der Eisenbahnlienie von Osnabrück nach Oldenburg und der hiervon in Hesepe abzweigenden Linie nach Delmenhorst erhielt dieser Ort dann einen Ortsmittelpunkt, denn ein Bahnhof wurde gebaut. Ein tatsächlicher Siedlungsschwerpunkt enstand jedoch erst nach dem Krieg, als Hesepe eine zunehmend große Zahl an Flüchtlingen aufnehmen musste und als eine der ersten Gemeinden in Niedersachsen einen Flächennutzungsplan aufstellte, um auf dieser Grundlage das Gebiet zwischen den Bundesstraßen 68, 218 und dem ehemaligen Flugplatz als Aufbaugebiet zu erklären.

Hesepe


Bis Ende der 80er Jahre war in Hesepe eine niederländische Natoeinheit stationiert. In dieser Zeit entwickelten sich zahlreiche freundschaftliche Beziehungen zu den niederländischen Soldaten, welche mit ihren Familien überwiegend in Bramsche, im Gebiet Gartenstadt, lebten.
Das Militärgelände in Hesepe diente nach Abzug der Niederländer dann als Grenzdurchgangslager für Spätaussiedler. Heute ist dort ein Erstaufnahmelager für Asylbewerber und jüdische Emigranten eingerichtet.


Kalkriese:

Alt Barenaue
Schloss Alt Barenaue

Kalkriese ist heute sicher der bekannteste Stadteil von Bramsche. Seit klar ist, dass sich dort die sagenumwobene "Varusschlacht" im Jahre 9 n. Chr. ereignet hat und "Museum und Park Kalkriese" zum Anziehungspunkt von immer mehr Besuchern wird, ist Kalkriese selbst international zumindest in Fachkreisen und in den Medien ein Begriff. Daneben zeugen aber auch viele andere Sehenswürdigkeiten von der Geschichte Kalkrieses. wie z. B. das Schloss Alt Barenaue, dessen Ürsprünge bis ins Jahr 1250 zurück reichen.


Lappenstuhl:
Ernst-Bettermann-Platz in Lappenstuhl
Ernst-Bettermann-Platz


Lappenstuhl ist der jüngste Stadtteil von Bramsche. 1952 zogen die ersten Siedler dort in ihre neuen Häuser ein. Vor der Bebauung mussten die Grundstückseigentümer harte Knochenarbeit bei der Rodungsarbeit leisten. Maschinen konnten kaum eingesetzt werden, denn sie waren einerseits zu teuer, andererseits bestand die Gefahr, dass sie im sumpfígen Boden versunken wären.
Vielleicht war es ja diese gemeinschaftliche harte Arbeit, welche die Siedler damals so sehr zusammengeschweißt hat, dass man noch heute in Lappenstuhl regelmäßig ein großes Siedlerfest feiert und die Siedlergemeinschaft bis heute fortbesteht.

Weitere Informationen zum Stadtteil Lappenstuhl erhalten Sie unter http://www.bramsche-lappenstuhl.de/


Pente:

Siedlung "Bramscher Berg"
Bramsche

Die Geschichte der Ortschaft Pente ist, zumindest soweit es die Gebietshoheit betrifft, immer wieder mit Bramsche verbunden gewesen. Ursprünglich war Bramsche sogar von den Penter Bauern abhängig, weil es keine eigene Feldmark besaß. Weil die Bramscher Dorfbewohner mangels eigener Flächen ihre Schafe ständig auf Penteraner Gebiet weiden ließen und, ungefähr auf dem Areal des heutigen Marktplatzes in Bramsches Innenstadt, Anpflanzugen vornahmen und Zäune aufstellten, obwohl dieses Gebiet damals rechtlich zu Pente gehörte, gab es über lange Zeit ständigen Streit. Erst im 19. Jahrhundert wurde dieser durch einen Vergleich beigelegt, der allerdings für die Penteraner mit nicht unerheblichen Gebietsabtretungen an Bramsche verbunden war. Auch in der Folgezeit konnte sich Pente dem Ausdehnungsdrang der Industriestadt Bramsche nicht widersetzen. So "verlor" Pente z. B. mit dem Bau des Mittellandkanals 1911 ein weiteres großes Gebiet an Bramsche. Auch die Schließung der 250 Jahre bestehenden Penter Schule im Jahr 1975 symbolisiert diese Entwicklung. Wenn man also so will, dann war die Eingemeindung Pentes durch die Stadt Bramsche im Jahr 1972 über Jahrhunderte hinweg bereits vorgezeichnet.


Schleptrup:

Der Stadtteil Schleptrup gehört seit 1229 wie auch die Ortschaften Kalkriese und Evinghausen zum Kirchspiel Engter und zählt mit zu den ältesten vorfränkischen Ansiedlungen in der Region. Die über Jahrhunderte ausschließlich durch die Landwirtschaft geprägten Strukturen veränderten sich erst mit dem Zustrom von Flüchtlingen nach dem II. Weltkrieg. Die mit dem Anstieg der Einwohnerzahl um 70 % verbundene rege Bautätigkeit führte seinerzeit zur Enstehung der ersten zusammenhängenden Siedlungsgebiete.

Zum weithin sichtbaren Wahrzeichen des Stadtteils Schleptrup avancierte der 1967 errichtete Fernsehturm in der Schleptruper Egge.


Sögeln:

Die Geschichte der ursprünglichen Bauernschaft Sögeln ist eng verknüpft mit einem ehemaligen Rittergut, welches erstmals 1323 erwähnt wird. Zeugnisse dieses Hauses Sögeln sind noch heute vor Ort zu finden.
Sögeln ist bis heute zwar eine ländlich strukturierte Ortschaft geblieben, aber die meisten Einwohner arbeiten heute in den Industrie- und Gewerbebetrieben der Umgebung. Mit der Entstehung der ersten großen Siedlungen veränderte sich in der Nachkriegszeit auch das Erscheinungsbild des Ortes.


Ueffeln:

In einer eiszeitlich überformten Talsenke zwischen den letzten Ausläufern des Wiehengebirges liegt der Stadtteil Ueffeln. Das Ortszentrum bildet die Ueffelner St. Marienkirche, mit deren Bau im Jahr 1292 begonnen wurde, um den Bewohnenern den langen und beschwerlichen Weg zur St. Martinskirche im Zentrum Bramsches zu ersparen.
Kirche in Ueffeln
Ueffelner St. Marienkirche


Heute gehört Ueffeln zu den größeren Bramscher Stadtteilen mit gut ausgebauter, eigener Infrastruktur. Neben vielen Geschichts- und Kulturstätten, die über die Geschichte der Ortschaft erzählen, machen Besonderheiten wie gut ausgeschilderte Wanderwege im Naherholungsgebiet Gehn oder das solarbeheizte Freibad Ueffeln zum Anziehungspunkt nicht nur der Bramscher Bevölkerung.

Weitere Informationen zum Stadtteil Ueffeln erhalten Sie unter www.ueffeln-balkum.de.

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